Strafzölle und Registrierung von China-Solarmodulen

EU-Kommission lässt China-Module registrieren

Im Streit um Strafzölle auf chinesische Solarmodule haben die europäischen Hersteller einen Etappensieg errungen: Vom 8. März an soll die China-Ware markiert und registriert werden. Experten sehen darin eine Vorstufe zu Schutzzöllen.

Freitag, 01.03.2013, 17:35

Nach Angaben der „Allianz für Bezahlbare Solarenergie“ (AFASE) will die Europäische Kommission alle Importeure von Silizium-Wafern, Solarzellen und Photovoltaik-Modulen aus China dazu verpflichten, ihre Ware anzumelden. Das sei den Mitgliedstaaten am 20. Februar durch die EU-Kommission angekündigt worden. Da kein EU-Mitglied Widerspruch erhoben habe, werde die Verordnung vorraussichtlich zum 8. März 2013 in Kraft treten, teilte die AFASE mit.Das AFASE-Bündnis, das von fast allen großen chinesischen Herstellern unterstützt wird, setzt sich gegen Strafzölle auf Solarmodule aus Fernost ein. Genau das könnte aber nun passieren: Vertreter der europäischen Solarbranche sehen in der Verordnung den ersten Schritt in Richtung der Einführung von Anti-Dumping-Zöllen. Die europäische Herstellerinitiative EU ProSun hatte die verpflichtende Anmeldung wiederholt gefordert, da in den kommenden Wochen besonders viel Module nach Europa eingeführt werden, weil im Frühjahr die Lager der Installateure aufgefüllt werden.

Entscheidung über Schutzzölle im Juni und August

Darüber, ob tatsächlich Schutzzölle erhoben werden, wolle die EU-Kommissionen nach Angaben aus Brüssel am 6. Juni 2013 entscheiden, berichtete das Branchenportal „Solarserver“ am Freitag. Für August werde dann eine Entscheidung über sogenannte Ausgleichzölle erwartet. Dieser Zolltyp soll nach den Hoffnungen der europäischen Hersteller Kostenvorteile der Chinesen aufgrund von Zins- und Energievergünstigungen in ihrer heimat ausgleichen.
Die Schutzzölle könnten sogar rückwirkend bis zu 90 Tage vor der Einführung gesetzlicher Regelungen fällig werden. Das sei jedoch nicht wahrscheinlich: In den USA, wo 2012 bereits Schutzzölle eingeführt worden waren, war ein entsprechender Vorstoß auf Rückwirkung gescheitert.

Quelle: Focus Online

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